Technische Information zum Thema:
Schimmelpilzbefall auf Dichtstoffen
- Ursachen, Maßnahmen und Vorbeugung -
Erschienen in Fliesen + Platten, Heft 5/2002

Ein immer wieder auftretendes Ärgernis ist der Schimmelpilz- befall auf elastischen Dicht- stoffen.

Einen Schimmelpilzbefall auf Dichtstoffen erkennt man an überwiegend dunklen Flecken auf der Dichtstoffoberfläche.

Die Flecken sind meist schwarz, wie bei dem be- kannten Schimmelpilz “Asper-gillus Niger”, sie können aber auch farbig sein, z.B. bräun- lich, gelblich, violett, rot und rosa.

Eine große Gruppe der Mikro- organismen sind Pilze. Es gibt schätzungsweise an die 250.000 verschieden Pilz- arten, von denen ungefähr 50.000 zu der Unterart der Schimmelpilze gehören. 

Die sichtbaren Flecken auf dem Dichtstoff sind Stoff- wechselprodukte dieser Mikro- organismen.


Abb.1:
Schimmelpilz auf Silicon- Dichtstoff

1. Ursachen
Damit es überhaupt zu einem Schimmelpilzbefall auf Dicht- stoffen  kommen kann,  be- darf es folgender Voraus- setzungen:

1. Hohe Luftfeuchtigkeit bei gleichzeitiger schlechter Durchlüftung
z.B. in Küchen, Bädern, Duschen, etc.

2. Organische Rückstände
z.B. Ablagerungen von Körperpflegemittel, wie Seife, Duschgel etc.

3. Wärme

Da die elastische Siliconfuge eine geringe Wärmeleit- fähigkeit besitzt, ist sie der wärmste Flächenteil eines Fliesenbelags und somit gedeihen dort, in Verbindung mit organischen Rückständen und Feuchtigkeit, Schimmel- pilze am besten.
Schimmelpilze verbreiten sich durch Sporen. Sporen sind meist kleine runde Zellen mit einem Durchmesser von einem Bruchteil eines Millimeters und einem Gewicht von einem billionstel Gramm. Sie werden wie Staubpartikel vom Wind verbreitet, wobei sie dabei sehr resistent und langlebig sind.
Wenn sie erst einmal auf z.B. einer    Siliconfuge    gelandet sind, bei der die drei Faktoren(Feuchtigkeit, Nahrung und Wärme)

zum Wachstum gegeben sind, nimmt die Spore zunächst  Wasser auf und vergrößert durch Quellung ihr Volumen (siehe Abb. 2). Dann wächst schließlich aus ihr ein sogenannter Keimfaden, der sich durch seitliches Ver- zweigen kreisförmig um die Keimzelle herum ausbreitet. Ein Keimgeflecht entsteht.

 

Abb2:
Schematische Darstellung der Anlagerung eines Schimmel- pilzes auf einem Dichtstoff


Diese sogenannten Keim- mycelien können unter für sie günstigen Bedingungen sehr schnell wachsen und gedeihen. Noch wächst Schimmelpilz nur in den organischen Ablagerungen auf der Dichtstoffoberfläche. Man spricht von einem primären Befall (siehe Abb.3, nächste Seite).

Allerdings sondern diese Schimmelpilze eine Art von Verdauungssaft  ab,  der in der

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