Elastische Fugenabdichtungen
Badobjekte aus Sanitär-Acryl
Erschienen in FLIESEN MAGAZIN, 1. Jahrgang, Heft 1/2002

Eine einwandfreie Fugenabdichtung zwischen der Bade- oder Duschwanne und der Wand herzustellen ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

Mit der Fertigung von Dusch- und Badewannen aus Sanitär- Acryl hielt ein neuer Werkstoff Einzug in das Badezimmer. Dieser Kunststoff aus der Familie der Thermoplaste lässt sich unter Wärmeein- wirkung in fast jede Form bringen und ermöglicht eine Vielzahl an Gestaltungsvari- anten, die in den traditionellen Werkstoffen Guss, Emaille oder Sanitär- keramik nicht denkbar waren. Dazu kommen die vielfältigen Möglichkeiten der farblichen Gestaltung. Aufgrund ihrer hervorragenden Nutzeigenschaften - Acryl lässt sich leicht reinigen, ist schlag- und stoßfest - er- freuen sich Badobjekte aus Sanitär-Acryl zunehmender Beliebtheit.

Abb.1: Acryl-Badewanne

Was optisch bei Bauherren und Hausbesitzern gut an- kommt, ist technisch für den Fliesenleger bzw. Verfuger eine anspruchsvolle Aufgabe wenn es darum geht, eine ein- wandfreie Fugenabdichtung zwischen der Bade- oder Duschwanne und der Wand herzustellen. Insgesamt las- sen sich die folgenden Problembereiche herauskris- tallisieren.

Problembereiche

1. Bade- und Duschwannen aus Sanitär-Acryl sind sowohl thermisch als auch mecha- nisch insgesamt höheren Beanspruchungen ausgesetzt als traditionelle Modelle aus Guss, Emaille oder Keramik.

2. Die Formenvielfalt bringt zum einen für den Anschluss an den Wandbereich ungüns- tige Randausbildungen 

mit sich und zum anderen stehen dem kaum vorgefer- tigte Dämmelemente gegen- über.

3. Wachsschichten auf Sani- tär-Acryl können die zuver- lässige Haftung üblicher Sani- tär-Silicone beeinträchtigen.

4. Unbedingt vermeiden:
"Dreiflankenhaftung"

Fachgerechte Montage

Korrekte Montage von Bade- und Duschwannen (ohne EPS -Wannenträger) aus Sanitär- Acryl:
Es ist unbedingt darauf zu achten, dass alle vom Sanitär- hersteller empfohlenen Wand- befestigungshaken entsprech- end montiert sind. Des Weiteren muss die "Fußkon- struktion" der Acryl- Wanne so montiert bzw. eingestellt sein, dass ein Bewegen dieser ausgeschlossen ist.
Damit eine sichere Verbin- dung zwischen Estrich und "Fußkonstruktion" gewähr- leistet ist, sollten entsprech- ende Kleber eingesetzt werden. Dazu eignen sich PU-Kleber wie OTTOCOLL® P 83, bzw. OTTOCOLL® P 85, mit denen sich extrem schnell und hoch klebfeste Verbindungen zwischen Kunststoff und diversen Unter- gründen wie Spanplatten, Beton oder einem alten Fliesenbelag herstellen lassen. Außerdem werden diese Kleber verwendet wenn es darum geht, die Wand- innenseiten zur Reduzierung der Wassergeräusche mit Antidröhnmatten zu versehen.

Abb.1: Detailaufnahme

Eventuell vorhandene Hohl- räume sollen aus Gründen der 

Körperschall- und Wärme- dämmung mit Mineral- dämmstoffen (Glas- oder Steinwolle) ausgestopft werden.

Risikobehaftete
Wandbefestigung

Wie soll der Handwerker mit risikobehafteten Wandbefesti- gungen von Sanitär- Acryl im Leichtbauwandbereich um- gehen?
In diesem Fall sollte grund- sätzlich vom Einbau einer Dusch- oder Badewanne aus Sanitär-Acryl abgeraten werden. Wenn der Bauherr dennoch nicht darauf verzichten kann, ist eine entsprechend solide bzw. stabile Wandkonstruktion unbedingte Voraussetzung für den nachfolgenden Einbau der Sanitärobjekte. Im Bereich der Wandbefesti- gungen bedeutet das einen Ständerwerkabstand von maximal 300 mm (anstelle des üblichen Abstandes von 625 mm) und eine Be- plankungsstärke von min- destens 25 mm (also aus einer doppelten Lage Gips- kartonplatten). Bei der Ver- wendung von Gipsfaser- platten sollte die Beplank- ungsstärke mindestens 
20 mm betragen.

Alternativen zu
EPS-Wannenträgern

Zur Verhinderung der Über- tragung von Körperschall sollte vom Installateur vor der Montage von Bade- und Duschwannen ein Polyband (geschlossenzellige Polyethylen-Rundschnur) am Wulst der Wanne aufgeklebt werden, um den direkten Kontakt zwischen Wand und Wanne zu verhindern.
Vorgefertigte EPS-Wannen- träger dämmen Körper- schall, halten gleichzeitig die Badewassertemperatur lange konstant und ermöglichen eine schnellere und leichtere Ausführung - ein willkom- mener Nebeneffekt. Aus diesen Gründen sind sie meist die erste Wahl.

  Hermann Otto GmbH . Krankenhausstraße 14 . D-83413 Fridolfing 
Tel.: 08684-908-0 . Fax: 08684-908-539 
E-Mail: info@otto-chemie.de . Internet: www.otto-chemie.de

 

1

zur Seite 2

zurück zur vorigen Seite zur Übersicht